Unsere Uhu´s auf Rattenburg

Ritterarbeit des Junkers Hans-H., gegeben am 15. im Eismond a.U. 167

Schlaraffen hört, Eure Herrlichkeit hört ebenfalls….

Der Titel meiner Ritterarbeit lautet:

„Der Schlaraffische Uhu im Allgemeinen

und

einige „Ob der Hamelner“ Uhu`s im Speziellen

Wie ihr alle wisst, ist der Uhu bei den Schlaraffen das zentrale Sinnbild und das Wappentier. Er steht für Weisheit, Humor und Tugend und damit für das Ideal schlaraffischen Denkens und Verhaltens.

In der Schlaraffia gilt der Uhu als symbolisch-humorvoller Inbegriff aller schlaraffischen Tugend und Weisheit und wird ausdrücklich als Wappenvogel des Bundes bezeichnet. Seine Eigenschaften – geistige Wachheit, Überblick und Gelassenheit – sollen daran erinnern, dass Bildung, Humor und freundschaftlicher Umgang wichtiger sind als Rang oder berufliche Stellung.

In jeder schlaraffischen Burg befindet sich ein Uhu-Abbild, meist über oder nahe dem Eingang und jeder Schlaraffe verneigt sich beim Betreten ehrfurchtsvoll vor ihm. Diese Verbeugung symbolisiert, die Schlacken der Profanei abzustreifen, also die Sorgen und Rollen des Alltags draußen zu lassen und sich ganz auf das schlaraffische Spiel, den Geist und den Humor des Sippungsabends einzulassen.

Der Uhu fungiert außerdem als Erkennungszeichen der Schlaraffen , etwa auf Aufklebern, Abzeichen oder der sogenannten Rolandnadel am Revers. Das gesamte schlaraffische Uhuversum, einschließlich besonderer Jahreszählung „anno Uhui“, spielt sprachlich und symbolisch auf den Uhu an und betont seine zentrale Bedeutung für Identität und Selbstverständnis des Bundes.

Das Uhu-Symbol der Schlaraffia entstand zufällig bei der Gründung des Bundes 1859 in Prag. Über der Tür des Gasthauses, das als erster Versammlungsort diente, hing ein ausgestopfter Uhu, der schnell zum Sinnbild für Weisheit, Humor und Tugend wurde.

Der Uhu steht seit der Antike für Weisheit und geistige Klarheit, was perfekt zu den Idealen der Schlaraffia passt.

Bei meiner Ritterarbeit sollen heute einige Uhus unseres Reyches im Mittelpunkt stehen. Beginnen möchte ich mit dem Mammut-Uhu im Eingang zu unserer Burg.

Das hölzerne Uhu-Ungetüm im Eingang ist eine Spende von unserem ehemaligen Mitglied Rt Mister Welt Waid, mutmaßlich in Mecklenburg-Vorpommern gefertigt. Das Material ist Kiefer, nach eingehendem Bisstest ermittelt. Hier wäre sicherlich auch interessant das ungefähre Gewicht zu erfahren. Das spezifische Gewicht von Kiefernholz ist 520 kg/m3.

Mammut-Uhu im Eingang
Mammut-Uhu im Eingang

Gleich daneben, ebenfalls im Eingangsbereich, ein geschnitztes Holzrelief aus Eichenholz mit 3 Uhu`s. Rt sans barbe hat das Relief angebracht. Er war auch verantwortlich für viele elektrische Arbeiten in der Burg. Das Holzrelief hing schon in der alten Burg.

geschnitztes Holzrelief aus Eichenholz
geschnitztes Holzrelief aus Eichenholz

Aus Österreich stammt die Uhu-Glaslampe im Flur. Sie wurde von weiland Rt Kinderhannes aus dem Reych 36 Harmmonia, dem Bruder unseres Rt Zerbe-Rico, beim Ausritt  in ein sehr südliches Schlaraffenreych erworben und dem Reych als Spende übergeben.

Uhu-Glaslampe im Flur
Uhu-Glaslampe im Flur

Der Uhu über der Gartentür, mit der Reychsnummer 354 und 336 bezieht sich auf das freundschaftliche Verhältnis der Reyche „Ob der Hamel“ und dem bereits a. U. 161 erloschenen Reych „Hohenfreudenstadt“. Unser Ehrenritter, Rt Kürass-oh, er war Thronsasse der 354 lebte beruflich bedingt einige Jahrungen in Hameln und ging später in seine Heimat zurück.

Uhu über der Gartentür
Uhu über der Gartentür

An den Wänden sehen wir Messingwandleuchter mit dem Uhu. Sie sind eine Spende unseres Rt Zerbe-Rico. Er bestellte sie für das Reych, auf einer Messe in Frankfurt.

 

Messinguhu
Messinguhu

Und nun zu diesem Uhu-Glasbild. Nach dem Umbau des Hotels „Zur Börse“ im Jahr 1970, dessen Eigentümer unser Rt Düllettant war, schmückte die Getränke liefernde Brauerei zwei Sitznischen mit Deckenleuchten aus. Sie waren mit Motiven gestaltet, die zu zwei Vereinen passten, die Stammgäste im Hotel waren. Zum einen die „Marinekameradschaft Hameln“ und zum Anderen die Schlaraffia „Ob der Hamel“, die im Keller des Hotels ihre Burg hatte.

Als das Hotel 1999 an Herrn G. verkauft wurde, nahm dieser bald umfangreiche Umbaumaßnahmen vor. Zur Rettung des Uhu-Glasbildes verabredeten sich die zwei mutigen Ritter Malstift und Poethos in einer Nacht und Nebelaktion zu einem abenteuerlichen Husarenstück.

Mit Schraubenziehern bewaffnet schlichen sie über meterhohen Bauschutt und lösten das Glasbild von der Decke. Da ein Teil des Holzrahmens bereits leicht angefault war und nur mit allergrößter Kraftanstrengung abgeschraubt werden konnte, verletzte sich der Rt Malstift aufs Ordentlichste an der Hand. Dennoch glückte diese tollkühne Aktion und das Objekt wurde vorerst eingelagert und später in die neue Burg eingebracht. Rt Zeyt-Druck, der damaliger Burgvogt, wird sich erinnern und kann im weiteren Verlauf des Abends sicherlich auf Nachfragen der Sassenschaft antworten.

Uhu-Glasbild
Uhu-Glasbild

Dieser Uhu ist eine Spende von unserem Rt Chanson-nett. Und das kam so – am 17.04. a.U. 121, also 1980, wurde aus Dr. W. K. ein Schlaraffe. Begeistert von dieser Vereinigung, ihren Tugenden und Inhalten, bemühte er sich einen Uhu für seine Heimburg zu bekommen. In Bielefeld wurde er fündig und kaufte für einen erheblichen Teil seines rahen Monatsverdienstes diesen stattlichen Uhu. 40 Jahrungen hat der Uhu die Heimburg unseres Ritters bewacht. Erst a. U. 164 konnte sich seine Burgfrau über die Spende des Uhu`s an das Reych freuen. Sie nahm den Abschied des Staubfängers gelassen hin.

Uhu Rt Chanson-nett
Uhu Rt Chanson-nett

In diesem Zuge sei auch auf die weibliche Laborratte mit Namen Prof. Dr. Weisohneohren hingewiesen. Zusammen mit einer entsprechenden Fechsung von Rt Chanso-nett wurde sie ebenfalls dem Reych übereignet.

Der Uhu mit den ausgebreiteten Schwingen, er bedarf übrigens dringend der Entstaubung, stammt gerüchteweise aus dem Augsburger Zoo. Er ist ein Geschenk vom Reych 23 „Augusta Vindelicorum“ zur Reychsgründung von „Ob der Hamel“ 1957 bzw. a.U. 98. EZ Rt du Paeng stammte aus Augsburg und ist vermutlich der Initiator der Schenkung. Es ist nicht überliefert, ob er auch mit der Ausstopfung des Vogels zu tun hatte. Sein Knäpplein, Rt Schnappschuss weiß evtl. mehr und kann in der Schmuspause von interessierten Sassen befragt werden.

Uhu mit den ausgebreiteten Schwingen
Uhu mit den ausgebreiteten Schwingen

Der Uhu am Platz des Reychsmarschalls flog unserem Reyche nach dem Stiftungsfest unseres Urgroßmutterreyches Vimaria (85 Weimar) zu. Rt Malstift fing ihn ein, überredete ihn zu bleiben und spendet den Vogel dem Reych.

Uhu am Platz des Reychsmarschalls
Uhu am Platz des Reychsmarschalls

Wir sehen hier über dem Platz des Kantzlers einen Handuhu. Die präparierte, sprich ausgestopfte Waldohreule ist ein Geschenk der Burgfrau unseres EZ Rt Vinum. Sie übergab dem Reych ebenfalls die auf dem Schrank liegende Schleiereule.

 

Abschließend möchte ich Euch etwas über den schmiedeeisernen Uhu über dem Thron berichten. Der Junkermeister des Castellum Peinense (241), Rt The-Es-Vau, berichtete mir von einem Lehrmeister im Peiner Gusswerk. Er hieß Rt Kritik mit dem Tie-schürf-Recht, profan J. K.. Dieser ließ für die Peiner Burg einen Uhu schweißen, der heute ebenfalls über dem Thron in Peine hängt. Zum Stiftungsfest unseres Reyches a. U. 98 (1957) spornte er die Lehrlinge des Gusswerkes zu nochmaliger Höchstleistung an. Heraus kam ein identischer Uhu, der uns vom Castellum Peinense geschenkt wurde.

Uhu über dem Thron
Uhu über dem Thron

Wer sich in unserer Burg umsieht, wird unschwer erkennen, dass es hier weit mehr als diese soeben beschriebenen Uhus gibt.

Die Anzahl aller Uhus, wirklich aller, vom Kleinsten bis zum Größten, aus Holz, Stahl oder Papier, bis hin zu gezeichneten Uhus an den Wänden und den Fensterläden, über Fotos, Kugelschreiber und Schokoladenuhus beträgt…… na, wieviel werden es sein? Die Sassen schätzen lassen. Wer der wirklichen Anzahl am nächsten ist bekommt den Handschlag des Jk Hans-H..

Und damit bin ich am Ende meiner Ritterarbeit. Bedanken möchte ich mich bei allen Sassen, die mir ihr Wissen über unsere Uhus zur Verfügung gestellt haben.

Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht, etwas über unsere Wappentiere zu erfahren.

Über weitere Geschichten, Anekdoten und Wissenswertes über z. B. unsere Schwerter, den hölzernen Thron, die Fahne, die bemalten Fensterläden oder andere Einrichtungsgegenstände der Burg, würde ich mich freuen.

Bedanken möchte ich mich aber besonders bei meinem Paten Rt Chanson-nett, der mich vor 17 Jahrungen aus dem Behandlungsstuhl direkt in die Schlaraffia geführt hat. Und mein Junkermeister Rt Schnappschuß, der 17 Jahrungen versucht hat einen halbwegs akzeptablen Schlaraffen aus mir zu machen. Dank euch beiden!!

Lulu, Euer Junker Hans-H.

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