Willkommen in unserem Schlaraffen-Lexikon für Anfänger! Um bei unseren Treffen den Alltag bewusst vor der Tür zu lassen, bedienen wir Schlaraffen uns einer eigenen, humorvollen Kunstsprache – dem sogenannten Schlaraffenlatein. Die folgende Übersicht erklärt Ihnen die wichtigsten Begriffe von A bis Z und macht den Einstieg in unser ritterliches Spiel um Freundschaft, Kunst und Humor kinderleicht.
Was ist eine „Sippung“?
Eine Sippung ist der wöchentliche Vereinsabend der Schlaraffen in Hameln. In feierlichem, aber humorvollem Rahmen widmen wir uns der Kunst, dem Wortwitz und der Musik. Es ist vergleichbar mit einem kulturellen Themenabend.
Was ist das Reych „Ob der Hamel“?
Unser „Reych“ ist die lokale Sektion des weltweiten Bundes Schlaraffia in Hameln. Mit der Nummer 336 sind wir Teil einer internationalen Gemeinschaft, die Freundschaft und Toleranz pflegt.
Wer sind die „Sassen“?
Als Sassen bezeichnen wir die ordentlichen Mitglieder unseres Vereins. Unsere Gemeinschaft in Hameln besteht aus Männern verschiedenster Berufsgruppen, die einen Ausgleich zum Alltag suchen.
Was ist die „Rattenburg“?
Die Rattenburg ist unser festes Vereinsheim (Burg) im 164er Ring 21 in Hameln. Hier finden unsere regelmäßigen Treffen und kulturellen Veranstaltungen in privater Atmosphäre statt.
Kann man als Gast teilnehmen?
Ja, interessierte Herren sind als Gäste („Pilger“) jederzeit willkommen. Ein Gastbesuch ist der beste Weg, um die Schlaraffia in Hameln unverbindlich kennenzulernen und unseren Humor zu erleben.
Was bedeutet „Uhu“ bei den Schlaraffen?
Der Uhu ist das Symbol der Schlaraffia und steht für Weisheit, Humor und Geist. In jeder „Burg“ (Vereinsheim) ist er präsent. Er ist kein religiöses Symbol, sondern der schirmherrschaftliche Mittelpunkt unserer Zusammenkünfte.
Was ist die „Profanei“?
Als Profanei oder „profane Welt“ bezeichnen Schlaraffen das alltägliche Leben außerhalb des Vereins. In unseren Sippungen lassen wir den Alltag, Politik und geschäftliche Interessen bewusst draußen, um uns ganz der Freundschaft und Kunst zu widmen.
Was versteht man unter „Atzung und Labung“?
Diese Begriffe stehen traditionell für Speisen (Atzung) und Getränke (Labung). Das gemeinsame Essen vor oder während der Sippung ist ein fester Bestandteil unserer Vereinskultur und fördert die Geselligkeit unter den Mitgliedern in Hameln.
Was ist eine „Fechsung“?
Eine Fechsung ist ein künstlerischer oder humorvoller Beitrag eines Mitglieds. Das kann ein Gedicht, ein Lied, eine Rede oder eine musikalische Darbietung sein. Es ist das Herzstück unseres kreativen Austauschs während der Vereinsabende.
Was bedeutet „Schlaraffenlatein“?
Das Schlaraffenlatein ist eine spielerische Ausdrucksweise, die wir während unserer Treffen nutzen. Es handelt sich nicht um echtes Latein, sondern um eine deutschsprachige, oft altertümliche oder metaphorische Sprache, die den humorvollen Rahmen unserer Tradition unterstreicht.
Wer sind Knappe, Junker und Ritter?
Dies sind die drei Stufen der Mitgliedschaft (Stände) in der Schlaraffia. Jeder Interessent beginnt als Gast, wird zum Knappen aufgenommen und kann über den Junker zum Ritter ernannt werden. Diese Entwicklung spiegelt die wachsende Zugehörigkeit zur Gemeinschaft wider.
Was ist der „Schlaraffenpass“?
Der Schlaraffenpass ist ein Dokument für Mitglieder, das den Besuch anderer „Reyche“ (Ortsgruppen) weltweit dokumentiert. Da die Schlaraffia international vernetzt ist, ermöglicht er den einfachen Zugang zu befreundeten Vereinen rund um den Globus.
Was ist das „Vademecum“?
Dieses wertvolle Heftchen enthält alles, was der Schlaraffe für das Leben in seiner heimischen Burg wissen muss:
- Unsere Sassen: Ein vollständiges Verzeichnis aller unserer Ritter, Junker und Knappen – mitsamt ihren klangvollen schlaraffischen Namen, Titeln, weltlichen Berufen und profanen Kontaktdaten.
- Die Sippungsfolge: Der genaue Programmkalender für die aktuelle „Winterung“ (unsere Spielzeit).
- Die Würdenträger: Wer lenkt als Oberschlaraffe die Geschicke? Wer schwingt als Kantzler die Feder?
- Die Burg: Die genaue Anschrift unseres Sippungslokals und unsere festen Treffzeiten.
Was sind „Krystallinen“?
Als Krystalline bezeichnen wir unsere Zusammenkünfte während der Sommermonate (Sommerung). Da die offizielle Spielzeit (Winterung) von Oktober bis April dauert, sind die Krystallinen informellere Treffen, oft mit Ausflügen oder Besichtigungen in und um Hameln.
Was bedeutet „Rüstung“ und „Helm“?
Die Rüstung ist die traditionelle Kleidung, die wir während der Sippungen tragen. Sie besteht meist aus einem Helm und einem Umhang (Schlepp) in den Farben des jeweiligen Reyches. Diese Utensilien symbolisieren die Gleichheit aller Mitglieder und den Schutz vor dem Alltag.
Was ist der „Spiegel und das Ceremoniale“?
Dies ist das offizielle Regelwerk der Schlaraffia. Es legt den rituellen Ablauf der Sippungen und die Verhaltensregeln fest. Es sorgt dafür, dass ein Schlaraffe aus Hameln sich in jedem anderen Reych weltweit sofort zurechtfindet.
Was bedeutet die „Reychsnummer 336“?
Jede lokale Gruppe der Schlaraffia erhält bei ihrer Gründung eine fortlaufende Nummer. Die Nummer 336 identifiziert uns, das Reych „Ob der Hamel“, eindeutig innerhalb des weltweiten Bundes der Schlaraffia.
Was ist die „Stammrolle“?
Die Stammrolle ist das offizielle Mitgliederregister eines Reyches. Sie führt alle Ritter, Junker und Knappen auf und dokumentiert die Geschichte und die Ämterverteilung innerhalb unseres Vereins „Ob der Hamel“.
Wer ist ein „Pilger“?
Als Pilger bezeichnen wir einen Gast, der unser Reych (unseren Verein) in Hameln besucht, um die Schlaraffia kennenzulernen. Es ist die erste Stufe für jeden Herren, der Interesse an unserer Gemeinschaft, dem Humor und der Kunst hat. Pilger werden bei uns mit besonderer Gastfreundschaft aufgenommen.
Was ist eine „Schlaraffiade“?
Eine Schlaraffiade ist ein großes, oft überregionales Treffen oder Festspiel der Schlaraffen. Hier kommen Mitglieder aus vielen verschiedenen Städten zusammen, um gemeinsam Kunst und Humor in einem noch größeren Rahmen zu feiern.
Was ist der „Kanzler“?
Der Kanzler ist vergleichbar mit dem Schriftführer oder Geschäftsführer eines Vereins. Er kümmert sich um die Korrespondenz, die Einladungen zu den Sippungen und ist der zentrale Ansprechpartner für externe Anfragen sowie für den Kontakt zu anderen Reychen.
Was bedeutet „Pön“?
Eine Pön ist eine kleine, symbolische „Strafe“ oder Gebühr, die bei humorvollen Verstößen gegen das Zeremoniell (z. B. das Klingeln eines Handys) erhoben wird. Die Einnahmen fließen meist in die Vereinskasse oder werden für wohltätige Zwecke verwendet.
Was ist der „Marschall“?
Der Marschall ist der Zeremonienmeister einer Sippung. Er sorgt für den reibungslosen Ablauf des Abends, begleitet Gäste (Pilger) an ihren Platz und unterstützt die „Herrlichkeit“ (den Vorstand) bei der Einhaltung des Protokolls.
Was bedeutet „Lethe“?
Die Lethe symbolisiert das „Wasser des Vergessens“. Wenn ein Schlaraffe die Burg betritt und symbolisch von der Lethe trinkt, lässt er alle Sorgen, beruflichen Stress und politische Differenzen des Alltags draußen vor der Tür.
Was ist die „Winterung“?
Die Winterung ist die offizielle Spielzeit der Schlaraffia. Sie beginnt im Oktober (Lethemond) und endet im April (Ostermond). In dieser Zeit finden die wöchentlichen Sippungen in der Rattenburg in Hameln statt.
Was bedeutet „a.U.“ (anno Uhui)?
a.U. ist die schlaraffische Zeitrechnung. Sie beginnt mit dem Gründungsjahr der Schlaraffia (1859). Um das aktuelle schlaraffische Jahr zu berechnen, zieht man 1859 vom aktuellen Kalenderjahr ab. Dies unterstreicht die lange Tradition unseres Bundes.
Wer ist die „Herrlichkeit“?
Als Herrlichkeit bezeichnen wir den Vorstand eines Reyches. Er besteht meist aus drei gleichberechtigten Vorsitzenden (den Oberschlaraffen), die die Sippungen leiten und den Verein nach außen und innen repräsentieren.
Wer ist die „Burgfrau“?
Als Burgfrauen bezeichnen wir die Ehefrauen und Partnerinnen unserer Sassen. Obwohl die Sippungen traditionell den Männern vorbehalten sind, spielen die Burgfrauen bei gemeinsamen Festen, Ausflügen und gesellschaftlichen Veranstaltungen eine zentrale Rolle.
Was bedeutet der Gruß „Lulu“?
Lulu ist der traditionelle Gruß der Schlaraffen. Er wird zur Begrüßung, als Ausdruck von Beifall oder zur Bestätigung genutzt. Er ist ein fröhliches Signal der Verbundenheit und hat nichts mit der kindlichen Profansprache zu tun.
Was ist ein „Ausritt“?
Ein Ausritt bezeichnet den Besuch eines Schlaraffen in einem anderen Reych (einem anderen lokalen Verein). Da die Schlaraffia weltweit vernetzt ist, sind Ausritte eine beliebte Art, Freundschaften über Stadtgrenzen hinweg zu pflegen.
Was ist die „Zeytung“ (Schlaraffische Zeytung)?
Die Zeytung ist das Nachrichtenblatt oder die Chronik eines Reyches. Hier werden Berichte über vergangene Sippungen, Einladungen und humorvolle Beiträge der Mitglieder veröffentlicht, um die Sassenschaft (Mitgliedschaft) informiert zu halten.
Was ist eine „Sassenschaft“?
Als Sassenschaft bezeichnen wir die Gesamtheit aller ordentlichen Mitglieder eines Reyches. In Hameln bilden wir eine eingeschworene Gemeinschaft, die gemeinsam die Ideale von Kunst, Humor und Freundschaft lebt.
Was bedeutet „Ulul“?
Ulul ist das schlaraffische Antonym (Gegenteil) zu „Lulu“. Während „Lulu“ Beifall und Zustimmung ausdrückt, wird „Ulul“ verwendet, um auf humorvolle Weise Missfallen, Ablehnung oder ein „Nein“ zu signalisieren. Es ist ein fester Bestandteil unseres ritterlichen Spiels, um Meinungen ohne „profane“ Ernsthaftigkeit kundzutun.
Was ist die Schlaraffia®Ob der Hamel (336)
Wir sind ein Verein in Hameln, der sich der Pflege von Kunst, Humor und Freundschaft verschrieben hat. In unserem Schlaraffenreych treffen sich Männer zu Sippungen, um den Alltag humorvoll hinter sich zu lassen. Suchen sie einen kulturellen Männerbund in Hameln? Dann lernen uns als Gast kennen.
Was macht man bei der Schlaraffia® in Hameln
Wir pflegen das Spiel aus Kunst und Humor bei unseren wöchentlichen Treffen (Sippungen) im Winterhalbjahr.
Gib es hier auch Spielregeln?
Ja, natürlich kann auch das schlaraffische Spiel nicht ohne Regeln gespielt werden. Die wichtigsten Regeln sind:
- Achtung und Respekt vor dem Mitspieler bewahren.
- Humor ist erwünscht, der Sarkasmus muss aber vor der Tür bleiben.
- Ironie ist erlaubt, darf den Mitspieler aber nie verletzen.
- Berufliches, Politik und Religion sind keine Spielthemen, bleiben Tabus.
- Unser Spiel baut auf ein tolerantes und freundschaftliches Miteinander.