Die Wiege der Fröhlichkeit: Ein Rückblick auf die Allmutter Praga (1)

Prunkvolles Wappen der Allmutter Praga

Schlaraffia® Allmutter Praga (1) – Der Ursprung in Prag

Es war im Jahre 1859 der profanen Zeitrechnung, als im Herzen der „Goldenen Stadt“ Prag ein Licht entzündet wurde, das bis heute in allen Winkeln des Erdkreises leuchtet. In der Gastwirtschaft „Eisgraben“ fanden sich Männer zusammen, die dem profanen Alltag – dem grauen „Uhu-Finster“ – entfliehen wollten. Was als humorvoller Protest gegen die Standesdünkel der damaligen Theaterwelt begann, wurde zur Geburtsstunde unserer Allmutter Praga (Reychsnummer 1).

Die Gründungsväter und der Geist der Schlaraffia

Unter der Führung von Persönlichkeiten wie dem Bassisten Albert Eilers und anderen Künstlern wurde ein Bund ins Leben gerufen, der auf drei unerschütterlichen Säulen ruht: Kunst, Humor und Freundschaft. Man gab sich ritterliche Namen, schuf das „Schlaraffenlatein“, um die Standesunterschiede der profanen Welt draußen vor der Burgpforte zu lassen, und erhob den Uhu zum Symbol der Weisheit und des Spotts.

Von Prag in die Welt

Von der Allmutter Praga aus breitete sich die schlaraffische Idee wie ein Lauffeuer aus. Überall dort, wo deutsche Sprache und ritterlicher Sinn zusammenfanden, entstanden neue Reyche. Doch Praga blieb stets der leuchtende Bezugspunkt, die Instanz, die über die Einhaltung der Allsatzungen wacht und den Geist der ersten Stunde bewahrt.

Die Allmutter Praga ist das Urschlaraffenreych

Die Allmutter Praga ist das Urschlaraffenreych (mit der Reychsnummer 1) und damit die historische Keimzelle der weltweiten Schlaraffia. Sie wurde am 10. Oktober 1859 in der Prager Restauration von Freund aus dem Künstlerstammtisch „Proletarier-Club“ gegründet. Ihre Reychsfarben sind Blau-Gelb.

Führungsrolle und Anerkennung: Als Gründerreych nahm die Praga von Beginn an die Führungsrolle ein. Auf dem I. Allschlaraffischen Concil 1876 (a.U. 17) in Leipzig wurde die Praga offiziell als „Allmutter“ anerkannt. Das zweite Reych, die Berolina, leistete hierzu einen großen Akt der Selbstverleugnung, indem es auf sein eigenes, abweichendes Regierungssystem (mit Mikado und Taikun) verzichtete, das Prager Ceremoniale übernahm und die Leitung Allschlaraffias rückhaltlos der Praga überließ. Von da an lenkte der von der Allmutter eingesetzte Allmutterrat die Geschicke des gesamten Bundes.

Der Untergang in der „Uhufinsternis“: Durch die erzwungene Auflösung der Reyche im nationalsozialistischen Deutschland und später in Österreich geriet die Praga in den 1930er Jahren in eine fast ausweglose Lage. Um das Überleben der weltweiten Schlaraffia zu sichern, verzichtete die Praga auf dem XIII. Concil zu Posonium im Jahr 1938 (a.U. 79) auf ihre Vorrangstellung und legte die Führung der allschlaraffischen Geschäfte weitsichtig in die Hände eines neu geschaffenen Allschlaraffenrates. Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen in Prag im März 1939 (Lenzmond a.U. 80) war das Schicksal der Allmutter endgültig besiegelt. Das Reych galt als erloschen, und das gesamte bewegliche sowie unbewegliche Vermögen wurde beschlagnahmt, zerstört oder für Propagandezwecke geplündert.

Das gerettete Erbe: Trotz der Zerstörung der Prager „Teutoburg“ (des Vereinsheims) konnten durch mutige Initiativen einige wertvolle Relikte vor dem Zugriff gerettet werden:

  • Das Praga-Archiv: Wesentliche Teile wurden durch den Kantzler des Reyches Berna (Rt Parafratello) unter Nutzung diplomatischer Wege in die Schweiz geschmuggelt und bilden heute den Grundstock des Allschlaraffischen Archivs.
  • Der Ahallaschrein: Dieser Schrein der Praga wurde gerettet und befindet sich nach einer aufwendigen Restaurierung heute in der Burg des Reyches Ravensbergia.
  • Die Burgpforte: Die Türfüllungen der alten Allmutter-Burg mit dem geschnitzten Emblem „IN ARTE VOLUPTAS“ wurden kurz vor dem Abriss des Gebäudes erworben und schmücken heute die Metisburg des Reyches Babenbergia.
  • Der Original-Uhu: Der allererste ausgestopfte Uhu der Praga, unter dem der Bund gegründet wurde, gelangte auf abenteuerlichen Wegen in den Besitz des Reyches Brundunum.

Das Gedenken heute: Das Gedenken an die Allmutter Praga ist im heutigen schlaraffischen Spiel tief verankert. In vielen Reychen wird feierlich die Blaue Kerze entzündet, die in erster Linie an die Allmutter und die in der dunklen Zeit versunkenen Reyche erinnern soll. Am Ort der ehemaligen Burg in der Prager Stepanska (früher Stefansgasse) erinnert heute eine in die Fassade eingelassene Gedenktafel in deutscher und tschechischer Sprache an die Wiege des Schlaraffentums. Der letzte lebende Praga-Ritter, Rt L’enfant, ritt im Jahre 1999 im Alter von 96 Jahren in Ahalla ein.

Gemäß dem Schlaraffen-Spiegel wird die Allmutter Praga als „Ursprung und höchste Trägerin des Schlaraffentums“ für alle Zeiten im gesamten Uhuversum dankbar verehrt.

Die Botschaft für heute

Auch in der heutigen Zeit, in der das Profane oft laut und hektisch ist, lehrt uns das Erbe der Allmutter Praga, dass ein herzliches Lachen, ein geistreiches Wort und das ehrliche Freundschaftsbündnis die wahren Schätze des Lebens sind. Wer die Allmutter Praga ehrt, der ehrt die Wurzeln, aus denen unsere Gemeinschaft ihre Kraft zieht.

Möge der Uhu auch weiterhin seine Schwingen schützend über alle Reyche breiten, von der Allmutter bis hin zum herrlichen Reych Ob der Hamel (336)!

Historisches Siegel der Allmutter Praga mit Prager Brückenturm und schlaraffischen Symbolen

Historische Daten der Praga – Stand: April a.U. 167 (April 2026)

  • Gründungsdatum: 10.10.1859 (a.U. 1)

  • Ursprung: Prag, Böhmen (damals Kaisertum Österreich)

  • Mutterreych: Das „Ur-Reych“ (Begründung der Welt-Schlaraffia)

  • Farben: Blau-Gelb (Diese spiegeln sich in deinem Wappen wider!)

  • Status: Allmutter (Reych Nummer 1)

Von der Allmutter Praga ausgehend verbreitete sich das schlaraffische Ideal in alle Welt. Über die Traditionskette unserer Mutter Hildesia (190) gelangte der ritterliche Geist schließlich an die Weser. Hier wurde am 21.06.1957 (a.U. 98) unser Reych Ob der Hamel (336) feierlich gegründet. So schließt sich der historische Kreis von der Moldau bis in unsere Rattenburg.

Ritterliche Freundschaft über die Grenzen Prags hinaus

Die Traditionen, die a.U. 1 in der Allmutter Praga ihren Anfang nahmen, pflegen wir heute in enger Verbundenheit mit unseren befreundeten Reychen. Ob beim regen Austausch mit der nahen Hildesia (190) oder Besuchen in fernen Burgen – das schlaraffische Spiel lebt vom Miteinander der Einzelsassen über alle Reychsgrenzen hinweg.

Von der Moldau an die Weser: Die Hamelner Burgen

So wie die Praga ihre Heimstatt im Herzen Böhmens fand, so schlägt das Herz des Reyches 336 in der Rattenfängerstadt. Unsere Geschichte ist eng mit den Hamelner Burgen verknüpft, die uns über die Jahre als ritterliche Zufluchtsorte dienten. Hier pflegen wir das Erbe der Allmutter und halten die Ideale von Kunst, Humor und Freundschaft lebendig.

In arte voluptas – In der Kunst liegt das Vergnügen.

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